Ausstellungsansicht, Adolf Frohner. Psycholandschaften, Forum Frohner 2013, Foto: Christian Redtenbacher
Ausstellungsansicht, Adolf Frohner. Psycholandschaften, Forum Frohner 2013, Foto: Christian Redtenbacher
Psycholandschaften

Adolf Frohner

18/05 - 29/09/2013

„Landschaft privat, Landschaft eingeengt, Landschaft auf 1 Quadratmeter reduziert.“

Was ist Landschaft? Die künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das Schaffen Adolf Frohners, stand bis jetzt jedoch kaum im Fokus der Aufmerksamkeit.

Bereits in den sechziger Jahren spielte das Motiv „Landschaft“ eine wichtige Rolle in seinem Œuvre. Frühe Arbeiten mit gefundenem Material bezeugen seinen spielerischen wie experimentellen Umgang mit der Natur. Die Arbeit mit Gefundenem, der Miteinbezug des Zufalls und die Verformung des Materials bildeten wichtige künstlerische Strategien, die auf Frohners aktionistischem Vokabular beruhten.

Einen Höhepunkt erreichte die Beschäftigung mit dem Thema in den achtziger Jahren. Reduziert-expressive Malereien, wie „Tempellandschaft“ oder „Archäologische Landschaft“ entstanden neben experimentellen Objekten wie „Verpackte Landschaft“. Zwischen 1983 bis 1985 schuf Frohner einen zentralen Werkkomplex zum Thema Natur:  „Die Jahreszeiten“, „Die Ahnung“, „Dramatische Landschaft (Hommage an Caspar David Friedrich)“, „Der große Berg“ und „Regen auf die Frauenwelt“. Frohner verdeutlicht in diesem vierteiligen Zyklus nicht nur seine fundierte Kenntnis der Tradition der Landschaftsdarstellung – mit dessen Historie er sich auch auf literarischer Ebene beschäftigte – sondern erweitert die Thematik ins Universelle. Die Darstellung von Landschaft wird zum Dokument existentieller Beziehungen.

Adolf Frohners Landschaftsbilder basieren auf seiner fragenden Auseinandersetzung mit dem Thema und stellen die Beziehung des Menschen zur Natur in den Mittelpunkt. Weder die romantische Sicht noch die impressionistische Stimmung hatten in der Landschaft des 20. Jahrhunderts Geltung, vielmehr stand die kritische Reflexion aktueller Sichtweisen der Natur im Fokus. So avancierte Frohners Blick auf die Natur zur Psycholandschaft einer soziokulturellen Identität, womit er einen wichtigen Beitrag zur Neuinterpretation des Motivs im 20. Jahrhundert leistete.

Die Ausstellung „Adolf Frohner. Psycholandschaften“ spürt den Blicken Frohners auf dieses kunsthistorisch bedeutende Motiv in seinem Spannungsbogen zwischen kritischer Hinterfragung und traumatischer Vision nach und zeigt mit Bildobjekten, Objekten und Malerei einen Überblick über Frohners Landschaftsbilder von den sechziger Jahren bis in die späten achtziger Jahre.

Kurator(inn)en: Dieter Ronte, Elisabeth Voggeneder